Autobiografie von Swami Bhakti Aloka Paramadvaiti Maharaja


bapMein Leben

Alle Ehre sei Srila Prabhupada, meinem ewigen geistigen Meister. Alle Ehre sei der Höchten Persönlichkeit Sri Krishna, der die Überseele in jedem Herzen ist, und der mich zu meinem geistigen Meister und zu so vielen anderen spirituellen Lehrern geleitet hat.

Ich wurde nur einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg (1953) in Deutschland geboren. Da ich in einem kleinen Dorf mit nur etwa zehn Häusern aufwuchs, war ich sehr eng mit der Natur verbunden. Mit meinen Sinnen, die bald verrückt spielten und in einer Welt voller Probleme wie dem Vietnam Krieg, gelangte ich rasch zur Schlussfolgerung, dass ich nicht zu dieser Welt gehörte.

Mit 15 Jahren wurde ich Vegetarier.

An dieser Stelle möchte ich gerne all jene Menschen aufzählen, die mich mehr oder weniger beeinflusst haben. Einen nach dem anderen, um aufzuzeigen, wie meine innere Entwicklung vonstatten ging:
Meine Mutter mit ihrer Güte, Toleranz und Einfachheit. Mein Grossvater väterlicherseits, der sehr exzentrisch war und sich der Musik verschrieben hatte. Mein Grossvater mütterlicherseits, der mir zeigte, das es nutzlos war, in der Vergangenheit zu leben. Mein Vater, der mir zeigte, dass Glaube in Gott keine sichere Sache ist. Carl Orff mit seiner einfachen Musik. Mein Onkel Nino, der mich lehrte, dass Autoritäten nur echt sind, wenn sie sich auch richtig verhalten. Der christliche Priester, dem es nicht gelang, mir während meiner christlichen Erziehung meine Fragen zu beantworten. Karl Marx mit seiner Suche nach Gerechtigkeit. Marcuse, Bloch und andere linksgerichtete Ideologen, welche die Stimmung der Studentenbewegung meiner frühen Rebellion formten. Che Guevara, dafür, was ich damals als einen wertvollen Schritt gegen korrupte Systeme betrachtete. Laotse, der mir in einer anderen Wirklichkeit wieder Hoffnung vermittelte. Die Beatles, Moody Blues, Quintessence und Pink Floyd, die durch ihre Musik eine zeitlang etwas in mir bewegten. All den Kommunen-Mitgliedern, die ihr Leben mit mir teilten und die eine grossartige Arbeit ausführten, indem sie mich lehrten, dass wahre Liebe nicht einfach in physischen Beziehungen gefunden werden kann. All die Freunde, die ihr Leben mit Drogen verschwendeten und mich auf diese Weise davor bewahrten, denselben Weg zu gehen. Das Musical HAIR, das mich mit dem Mahamantra verband und mich vor dem Militärdienst rettete. Hermann Hesse, der mir das Wort Govinda und eine geheime Hoffnung schenkte.
Alle jene, die betonten, dass die menschliche Lebensform den Sinn hat, Selbstverwirklichung zu erlangen und nicht bloss Sinnenbefriedigung. Viele Yogis, die ich traf und die mir zur Erkenntnis verhalfen, dass Yoga ohne Hingabe zu Gott mir nicht die Liebe schenken konnte, die ich benötigte. Der Herr in meinem Herzen, der mich davor bewahrte ein solcher Narr zu sein, den eigenen Körper zu töten. Mein Freund Wolfgang, der mich bei jedem Schritt auf der Suche nach einem echten spirituellen Pfad begleitete, mit Ausnahme des letzten, als ich mich Srila Prabhupada hingab. Jaya Gauraji, mein erster Tempelpräsident, der ein junger Brahmacari war (der Versuch eines zolibatären Mönchslebens). Er war zu aufrichtig, um ihn zu vergessen.
Srila Prabhupada, der Persönlichkeit, bei der ich es nie bereut habe, sie als den Kapitän des Schiffes über meine menschliche Gestalt anzunehmen, um den gefährlichen Ozean des materiellen Daseins überqueren zu können. Er erklärte mir die wichtigsten Dinge, bei denen nie zuvor jemand fähig war, sie in ähnlich sensibler Weise anzusprechen: "Weshalb leide ich so sehr? Jung und unwissend, weshalb fühle ich mich so schrecklich wegen dieser Welt und all ihrer Gewalt, usw.?" Er antwortete: "Weil du ein Schurke warst. In deinen vergangenen Leben hast du anderen Leid gebracht und nun erhältst du die Reaktionen darauf." Was für eine Befreiung. Letztendlich ein klares und positives Bild. Etwas zu tun, um nicht in dieser unwissenden Stellung des Egoismus fortzufahren. Und er sagte mir, dass ich ein Revolutionär der Wahrheit, der Seele und des Dienstes zum wahren Nutzen aller leidenden Menschen werden solle. Er prangerte die Konsumgesellschaft und den atheistisch dialektischen Materialismus an, Kapitalismus und Kommunismus. Er schenkte Hoffnung durch einfaches Leben und hohes Denken, durch Beten und Dienen mit ökologischer Weisheit: "Nutzt die Technik einzig um Gott allein zu dienen. Nicht um anderen noch mehr Leiden zu verursachen. Ansonsten wollen wir in Vrindavan leben, dem Ort der Natur, mit Liebe zu allen Lebewesen und tiefer Versenkung in das göttliche Paar Sri Sri Radha Krishna, die der Ursprung von allem sind."

Ich wollte damals nach Indien reisen, um einen geistigen Meister zu treffen. Doch mein Vater hielt mich in Europa zurück, indem er mir einen Pass verweigerte, und ich war noch nicht 18 Jahre alt. Das Lesen von Büchern aus indischen Yogatraditionen war wichtig für mich, nachdem mein Glaube in politische Organisationen oder hippiehaftes Konsumverhalten zerbröckelt war. George Harrison war auf der richtigen Spur. Als er das Mahamantra im Radio sang, war für mich alles klar. Ich musste diesen Lehrer finden. Ich kam eines Nachts nach 21.00 Uhr im Tempel an, nach einer Odyssee des Versuches, per Autostopp nach Paris zu gelangen. Ich landete in Düsseldorf, in einem Abbruchhaus, das von den Behörden als unbewohnbar deklariert worden war. Hippies hatten die Tür aufgebrochen und zwei junge Gottgeweihte hatten das oberste Geschoss besetzt und einen kleinen Tempel eingerichtet. "Wie lange willst du bleiben?" fragte mich der Gottgeweihte. "Einige Tage", antwortete ich, doch eine Stimme in meinem Inneren sagte mir, dass es länger ausfallen würde, als ich mir vorgestellt hatte.

Nun, im Alter von nur 18 Jahren hatte ich ein Kloster gefunden, das im Westen keine Wurzeln hatte. Alles war neu. Wir, die Art, wie wir uns kleideten, die Musik, der Meister, das Essen, die Bücher, die tägliche Routine, das Haareschneiden, die Aufstehenszeit, um es kurz zu machen, einfach alles. Und ich liebte es.

Jene, die nicht hereinkamen, waren ziemlich misstrauisch gegenüber uns und unserem Verhalten, aber jene, die mit uns einige Tage verbrachten, wurden mindestens Freunde. Und viele wollten über den Yoga der Liebe lernen. Ich verstand nicht viel, aber schnell musste ich mich hinsetzen und anderen etwas erklären. Wie kann jemand sein Leben verändern? Wie kann jemand aufhören Drogen zu nehmen? Wie kann man eine gesunde Beziehung zu seiner Familie herstellen? Wie kann man das Rauchen aufgeben? Wie erhält man die Kraft zu leben? Wie kann man die Freundin davon abbringen, ihr Kind abzutreiben? Wie kann man Geld auf eine weise Art erlangen oder ausgeben?

Von der Stellung eines kleinen verwirrten Kindes heraus, musste ich schnell lernen, wie ich anderen helfen konnte. Und zu wiederholen, was ich gehört und gelesen hatte, schien eine wundersame Wirkung zu haben. Die Leute wollten diesem 2-Zimmer-Ashram beitreten, dessen Wasserversorgung sechs Etagen weiter unten lag, ein Wasserhahn im Badehaus an der Hausrückseite, und das in der Mitte eines europäischen Winters.

Es war gleichzeitig so süss wie Honig und so hart wie strengste Entsagungen. Und jeden Tag gingen wir hinaus, um andern von unserem geistigen Meister und diesen Weg zu erzählen. Um 4.00 Uhr morgens standen wir auf und begannen den Mahamantra zu chanten. Dann sangen wir Lieder zu Govinda und lasen die Bücher unter der Leitung eines jeden von uns, der einen Vortrag gab. Dann kochten wir und reinigten den Tempel. Wir assen das Prasadam, das karmafreie spirituelle Nahrung ist, und es schmeckte wunderbar! Etwa um 11.00 Uhr gingen wir hinaus, um unsere paar kleinen Magazine zu verteilen und Leute einzuladen, unseren Tempel zu besuchen und den Ashram durch eine Spende zu unterstützen. Ich hatte schon früher festgestellt, dass Geld die wirkliche Grundlage für Hass und Gier war, und immer noch trug ich das Hippie-Ideal in mir, dass ich ohne Geld leben könnte. Doch Jaya Gauraji sagte zu mir: "Geld ist nur eine Energie. Wir müssen es zur Freude des Höchsten benützen, nicht gegen irgendjemanden und auch nicht für unsere persönliche Sinnenbefriedigung. Wenn die Leute unserem Tempel eine Spende geben wollen und wir diese ehrlich für die spirituellen Tätigkeiten verwenden, wird dies auch zu ihrem spirituellen Vorteil sein." ich blieb etwas skeptisch, aber bald erkannte ich die Wahrheit dieser Unterweisung. Diejenigen, die uns glücklich in unseren Tätigkeiten unterstützten, wurden selber sehr glücklich und waren ermutigt, ihren eigenen Lebensstil zu verändern. Ich konnte es nicht glauben. Von einem jungen Mann erhielten wir sogar ein Auto gespendet.

Dann hörten wir, dass unser spiritueller Meister bald nach Paris kommen würde. Die Erwartungen gingen von einem Extrem zum Anderen. Es herrschte unter uns allen ein grosser Enthusiasmus nach Paris zu gehen und dort unseren Guru persönlich zu treffen. Wilde Vorstellungen und hoffnungsvolle Gebete. War es möglich, jemanden wie Jesus in Person zu treffen? War es möglich, von ihm angenommen und aus dieser Welt gebracht zu werden? Verfügte er über alle mystischen Kräfte? Könnte er die Probleme dieser Welt lösen? Könnte er unsere Zweifel, Begierden und Schwierigkeiten, die Leidenschaft zu kontrollieren, beseitigen? Würde er mich annehmen? Es war eine Mischung, die kraftvoll genug war, etwas Unmögliches in Gang zu bringen.

Ich ging vorher nach Berlin, um von Vasudevaji zu lernen, wie man für Krishna malt. Leider verhinderten meine Talente, meinen Dienst im Malen. Hier befand ich mich nun, in der geteilten Stadt und wir schmiedeten Pläne, wie wir auf der anderen Seite der Mauer predigen könnten. Dann gingen wir nach Paris und was ich mir erhofft hatte, wurde auf noch viel intensivere Art wahr, als ich mir gedacht hatte. "Sprecht mit jedem über Krishna. Macht dies zur Mission eures Lebens." Srila Prabhupadas Worte erklingen immer noch in meiner Erinnerung. Acht Tage der Glückseligkeit: Tanzen, Prasadam und täglich Klassen. Und dann kam der Tag meiner Einweihung.

ätte! Ich wusste nicht, wie noch höher zu springen. Ich hatte meinen wahren Freund getroffen. Ich hatte meinen Vater der Seele getroffen. Ich hatte meinen Revolutionär der Liebe getroffen. Ich hatten den Lehrer der Wahrheit getroffen, der tapfer die materialistische Gesellschaft herausforderte, während er nie jemanden unglücklich zurückwies. Ich fühlte mich, als ob ich mein Zuhause erlangt hätte. Mein wirkliches Zuhause. Das Leben ohne einen Guru ist wie ein Haus ohne ein Dach. Ich hatte nun dieses Dach über meinem Kopf gefunden, ich, der ich so unglücklich in dieser Welt der Gewalt und offensichtlichen Ungerechtigkeit war. Er schenkte neuen Schwung, den Schwung ein Aktivist zu werden, zu helfen die Probleme zu lösen, anstatt in dieser Welt wie sie ist, ein passiver Übeltäter zu bleiben. Sei ein Teil der Lösung, nicht ein Teil des Problems! Was immer du nicht verschenkst, ist genau das, was du verlieren wirst! Ich wollte nichts verlieren, noch viel weniger meine Liebe und mein Herz. Nun hatte ich jemanden gefunden, dem ich es geben konnte. Doch er musste einige Tage später schon wieder abreisen, und so musste ich alles sehr schnell in mich aufsaugen. Lebe für andere, nicht für dich selbst! Wenn du es magst und es willst, dann sei ein ganzes Leben lang ein Mönch, empfehlen die Heiligen! Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Doch ich war glücklich. Er war die Person, der ich dienen konnte, und er hatte keinerlei versteckte Motivationen, die hinter seiner Kampagne verborgen waren.


Das war einiges, um mich vorzustellen. Ich hoffe, ich habe euch nicht gelangweilt.
Nun, ich bin nicht gelangweilt. Und wirklich, ich wünschte mir, ich könnte euch auf der Stelle mit nach Paris nehmen, damit ihr dasselbe erleben könnt, was mir zu erfahren erlaubt war. Denn wenn ihr Srila Prabhupada treffen würdet, würdet ihr sicherlich verstehen, weshalb ich nach so vielen Jahren, seit 1972, Ihn immer noch meinen geistigen Meister nenne und immer noch danach strebe, sein wahrer Diener zu werden.

Eine andere Sache, die er mir sagte, war, dass wir immer demütig sein müssen, um nicht allzuviele Fehler zu begehen. Ich muss gestehen, dass dies nicht sehr einfach war. Es ist eine Tatsache, dass ich das Vermächtnis meines Gurus mit starken Worten zu verteidigen hatte, wenn ich in seiner Familie jemanden sah, der sich nicht richtig verhielt und aufgehalten oder entlarvt werden musste. Doch das ist eine andere Geschichte und ihr könntet nur dann aus dem Lesen solcher Dinge einen Nutzen ziehen, wenn ihr selbst eure Energie dafür verwenden würdet, Teil einer spirituellen Gemeinschaft zu bilden.

Ansonsten gibt es so viel Nektar im spirituellen Leben, so viel spirituelle Literatur, um den Rest des Lebens lesen zu können; Aufgaben, die getan werden müssen, angefangen vom Leben im Dschungel von Ecuador, um dort ein wundervolles Zentrum für die Verinnerlichung zu schaffen, bis hin zur Produktion von CD-ROMs mit den Botschaften von Krishna und seiner Bhagavad-Gita.

Obwohl ich nur ein einfacher und unbedeutender Nachfolger meines geistigen Meisters bin, hatte ich die Gelegenheit, eine Menge zu lernen. Und manchmal fühle ich die Notwendigkeit, darüber zu schreiben, damit all meine Freunde und Ashram-Bewohner ihren Nutzen daraus haben. Srila Prabhupada hat mich aus seiner unendlichen Güte heraus zu missionarischen Tätigkeiten in viele Länder geschickt. Einige von ihnen besuche ich immer noch und versuche seinen Geweihten dort zu dienen, wenn sie mich darum bitten, an ihrem Leben teilzuhaben. Nach seinem Weggehen habe ich einige Studenten angenommen. Lasst mich etwas über dieses Phänomen sagen.

Eigentlich ist es mein Herzenswunsch einen jeden zu meinem eigenen geistigen Meister zu bringen. Er ist der Rückhalt, den ich in all meinen Bemühungen des Dienens habe. Aber die Menschen müssen jemanden haben, dem sie vertrauen können, der sich persönlich um sie kümmert. Das ist der, den wir in unserer Tradition Siksha (unterweisenden) Guru nennen. Und diese Person muss ein echt hingegebener Diener seines Gurus sein. Ohne Hingabe (Bhakti) gibt es keine spirituelle Verbindung. Das ist keine formelle Beziehung. Es geht von Herz zu Herz. Nur wenn jemand fühlt, dass Krishna wirklich durch diesen oder jenen Gottgeweihten zu ihm gekommen ist, dann kann er ihm folgen und vielleicht wird er seinen geistigen Meister entdecken. Das liegt alles in der Hand des Allmächtigen. Kein System kann dies verordnen oder sich in die persönliche spirituelle Beziehung irgendjemandes zu seinem geistigen Meister einmischen.

Wie dem auch sei, ich bin eine recht unbedeutende Seele. Ich kann mich nicht als einen Geweihten Krishnas bezeichnen, aber ich bete um die grundlose Barmherzigkeit meines geistigen Meisters, dass ich eines Tages ein wirklicher Geweihter werden kann. Da mag mich jemand fragen: "Wie kannst du es wagen, Schüler anzunehmen, wenn du selbst in einer solchen Anfänger Position stehst?" Nun, das ist wirklich eine lange Geschichte und Internet-Leser haben wenig Zeit.

Ich musste erkennen, nachdem mein geistiger Meister diese Welt verlassen hatte, dass einige meiner Gottbrüder sich nicht gerade allzugut verhielten und ich musste mich entscheiden, entweder Verantwortung auf meine eigenen Schultern zu laden oder mit Predigen aufzuhören. Das war nicht das, wozu mein Guru mich ermutigt hatte. Dennoch hatte ich viele Zweifel. Wenn man anderen über den eigenen Meister erzählt, werden sie sofort neugierig. Wo können wir eine solche Familie, einen solchen spirituellen Beschützer und eine solche spirituelle Beziehung finden? Nun, wenn man darauf keine Antwort hat, werden sie sehr unglücklich weggehen. Wenn ein sehr fortgeschrittener Gottgeweihter in der Nähe ist und er dich selbst wirklich inspirieren kann, ist es die richtige Wahl, ihm zu helfen und neue Seelen zu ihm zu bringen, die er anleiten kann. Aber wenn niemand in der Nähe ist, der sein Herz für die Menschen oder für einem selbst öffnen kann, besteht ein Vakuum. Jetzt muss man selbst eine sehr grosse Entscheidung treffen.
Ich war wirklich aufgewühlt. Aber in Kolumbien, wo ich zu dieser Zeit lebte, gab es keine Führung und keinen Schutz von einem meiner Gottbrüder oder anderen älteren Geweihten für die junge Vaishnava Gemeinde, bei der ich das Glück hatte, an ihrem Entstehen mitzuwirken. Ich reiste nach Indien, um mehr Klarheit zu erhalten. Dort traf ich erneut auf Krishnas Barmherzigkeit. Ich sage euch, es gibt keine Grenzen für die göttliche Gnade. Ich habe das persönlich erlebt. Als alles wirlich grau ausschaute, ohne meinen Srila Prabhupada, traf ich seinen Gottbruder Srila B. R. Shridhar Goswami Maharaja. Da gibt es so viele Dinge über ihn zu sagen, aber ich werde es hier kurz machen. Er ermutigte mich, das Risiko auf mich zu nehmen, andere persönlich in ihrem spirituellen Leben zu führen, mit dem Schutz aller vorangegangenen Lehrer unserer Sampradaya (Schülernachfolge).

Er nahm auch meine Entsagung an und gab mir voller Gnade die Einweihung in den "Sannyas Ashram" (Mönchsstand). Das bedeutet, dass er mir den heiligen Mantra in mein Ohr sprach, der uns über das höchste Ziel erzählt und er schenkte mir den Namen Bhakti (Liebe), Aloka (Licht) Paramadvaiti (höchste Einheit des göttlichen Paares Radha Krishna in der Gestalt von Chaitanya Mahaprabhu).

Das sind eine Menge Namen für einen Narren wie mich. Nun - es ist das, was wir uns wünschen und dem wir dienen. Die Namen, die wir von unseren geistigen Meistern erhalten, zeigen uns immer den Weg für die Suche unserer Seele. Er wies mich auch an, der Botschaft weiter zu dienen, wie mein geistiger Meiser mir das bereits erklärt hatte und den Menschen zu helfen, indem ich spirituelle Bücher veröffentlichte. Dies haben wir während all diesen Jahren versucht zu tun, aber es ist nur ein kleiner Anfang. (Vaisnava-Literatur: in deutsch | in spanisch )

Die Liste der Menschen, die mich beeinflusst hat, hörte nicht auf zu wachsen, nachdem ich ein Schüler von Srila Prabhupada wurde. Srila Harijan Maharaja ermutigte mich durch seine humorvolle Art des unermüdlichen Dienstes in Süd-Amerika.
Srila Atulananda wurde mein lieber Freund und seine Poetik hat uns immer begleitet, bis hin zu den süssen Kirtans in Deutschland. Walter Eidlitz und seine Vaishnava-Lehren haben mich wirklich aufgerichtet und begleiten uns immer noch durch seine Bücher, die auch in viele Sprachen übersetzt worden sind. Friedrich Rückert hat mich inspieriert, durch die Art wie er ohne einen Lehrer Sansrit lernte, das erste Deutsch-Sanskrit Wörterbuch schuf und viele vedische Verse in ganz wunderbare deutsche Prosa übersetzte. Und nicht zuletzt hat mir Srila Bhakti Pramod Puri Goswami, der erste Präsident der Visva Vaishnava Raj Sabha, der World Vaishnava Association im fortgeschrittenen Alter von 101 Jahren gezeigt, dass man nie und unter keinen Umständen aufgeben soll. Ich hatte die Gelegenheit, ihm als Sekretär dieses Vaishnava-Dachverbandes und einigen ihrer Ziele zu dienen. Er ist so grossartig, dass Worte ihn nicht beschreiben können. Seine Süsse und Demut wird mir für den Rest meines Lebens ein leitender Stern sein (dafür bete ich).

Ich versuche nun all meinen Freunden zu dienen und ich muss zugestehen, dass das Internet dafür geeignet ist. Natürlich ist es auch gleichzeitig ein Problem, denn die Zeit, die ich zuvor damit verbrachte, mit jedem an einem bestimmten Ort zu sprechen, muss ich nun manchmal mit den Briefen und Fragen teilen, die per E-mail zu mir gelangen. Aber es fühlt sich gut an, fähig zu sein, jenen nahe zu sein, die sich physisch am anderen Ufer des Ozeans befinden. Tatsächlich glaube ich nicht, dass Flugzeug-fliegende Sannyasis eine gute Erfindung sind. Es ist nur der unglaubliche Dienst von Srila Prabhupada, der eine Notwendigkeit erzeugte, Vaishnavas an solch weit entfernten Orten zu besuchen. Doch wir hoffen, dass zukünftige Sannyasis sich mehr den lokalen Regionen widmen können, wo das Reisen auf einfacheren Wegen bewerkstelligt werden kann.

Ich bin sehr glücklich sagen zu können, dass mein geistiger Meister mich mit vielen geliebten Seelen gesegnet hat, die bereit sind, ihrem weltlichen Egoismus zu entsagen und mir in dieser schwierigen Angelegenheit helfen, den Vaishnava-Yoga-Gemeinschaften an vielen Orten zu dienen. Und all den anderen Geweihten, die ihre Herzen und Seelen riskiert haben, um mir zu helfen, meinem Gurudeva zu dienen, sowohl meinen Gottbrüdern als auch jenen, die sich als meine Schüler betrachten - euch allen sage ich hier und heute, dass Srila Prabhupda durch jeden von euch zu mir gekommen ist. Ich werde immer versuchen, euch aufrichtig zu dienen. Ich kann nichts Passendes sagen, um meine Dankbarkeit für euer Dasein auszudrücken.
Ich bete für euch, um die unbegrenzte Gnade von Krishna-Prema und Radha-Dasyam, um Liebe zu Gott und Mitgefühl für alle leidenden Seelen, um Freude in diesem Leben und die Stärke, euren Versprechen und Sehnsüchten folgen zu können.

Nun wisst ihr ein wenig über mein Leben und meine Gefühle. Sannyas bedeutet, eine öffentliche Person zu werden. Der Lebensstand der Entsagung wird mit dem gesellschaftlichen Selbstmord verglichen. Doch das ist gut, um anderen zu dienen und dafür viele Seelen zu lieben. Die Heirat ist eine grosse Liebe für eine bestimmte Familie. Doch Sannyas bedeutet die Liebe für viele Personen. Das wird auf einer bestimmten Ebene der persönlichen Entwicklung möglich. Es darf nicht künstlich sein, sonst ist es gefährlich.

Ihr könnt mich kontaktieren, um eine Frage zu stellen, die hier für alle beantwortet wird (ohne Namen) oder auf Wunsch persönlich und unveröffentlicht bleibt. Vergebt mir, wenn meine Antworten manchmal eine Verzögerung von bis zu drei Monaten aufweisen. Ich bin regelmässig für längere Zeit vom Internet getrennt, wenn ich sehr entlegene Orte besuche, denen die technologische Infrastruktur fehlt.

Ich wünsche euch viel Erfolg auf eurer spirituellen Reise. Verliert nicht den Gebrauch des Zweifels, um euch vor der Unwahrheit zu schützen. Auf der anderen Seite seid bereit dazu, auch am Zweifel selbst zu zweifeln, wenn ihr den entscheidenden Punkt erlangt, an dem eure göttlichen Gebete eine Antwort erhalten. Wenn der Ruf euch aus der unendlichen Welt erreicht, solltet ihr bereit dafür sein, in die Arme der göttlichen Güte zu springen (Visuddha sattva).

Euer B.A. Paramadvaiti

 

 

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